Beteiligung als Qualitätsmerkmal

Es wird deutlich, dass der Anspruch auf Beteiligung in den stationären Hilfen zur Erziehung gesetzlich vorgegeben ist. So sind Kinder und Jugendliche in allen sie betreffenden Angelegenheiten ihres Entwicklungsstands entsprechend zu beteiligen. Partizipation nimmt zudem durch die Förderung der Fähigkeiten- und Kompetenzentwicklung eine überaus weitreichendere Bedeutung in den stationären Hilfen zur Erziehung ein!

Beteiligung stärkt die personale Entwicklung, den einrichtungsinternen Dialog und nicht zuletzt die Fähigkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe. Beteiligung ist ein Qualitätsmerkmal, das zwar über die Sicherung der Kinderrechte hinausreicht, aber vor allem im Kinderschutz eine Präventivfunktion einnehmen kann. Dabei ist es unabdingbar, dass Sie als Träger Partizipation als Qualitätsmerkmal verstehen und einen Mehrwert aus diesem schöpfen wollen, zumal positive Beteiligungsverfahren Lernprozesse zur Lebensbewältigung eröffnen und als Erfahrungsräume für Selbstwirksamkeit fungieren.

„Beteiligung kann und soll in einem geschützten Raum gelebt und ausprobiert werden.“ (BMFSFJ 2015, S. 46)

Für die Zielgruppe der benachteiligten Heranwachsenden hat Beteiligung also eine persönlichkeitsbildende Funktion, indem sie die Selbstständigkeit und Entscheidungsfähigkeit des Einzelnen stärkt. Kritik- und Reflexionsfähigkeit werden durch formalisierte Beteiligungsprozesse eingefordert.

Derartige Prozesse wirken sich dazu auf das Einrichtungsklima aus, weil sich ein jedermann gleichberechtigt einbringen kann, Respekterfahrungen gemacht und Toleranz gegenüber Andersdenkenden geübt werden. Die Kinder und Jugendlichen können auf diese Weise Kooperationsformen und Kommunikationsfähigkeiten erlernen, die sie zur gesellschaftlichen Teilhabe und Verantwortungsbewusstsein befähigen.

Um institutionalisierte Beteiligungsverfahren tatsächlich zu nutzen, bedarf es hier allerdings eines gewissen Grades an politischer Bildung, der durch die spielerische Vermittlung und Erarbeitung eines Demokratieverständnisses herbeigeführt werden kann. Beteiligungsverfahren in den stationären Hilfen zur Erziehung können nur funktionieren, wenn die Kinder und Jugendlichen zureichend informiert und durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleitet sowie angeleitet werden.

Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Schließlich ist die Eröffnung von Erfahrungsräumen zur Beteiligung nicht nur zentrale Aufgabe, sondern ein maßgebliches Merkmal zur Bewertung der Leistung, die Sie mit Ihrer Einrichtung erbringen.

Be-teil.de unterstützt Sie, den Beteiligungsgedanken in den erzieherischen Auftrag zu integrieren und in der Einrichtung eine umfassende Kultur der Partizipation zu generieren.